Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 11.08.2018


Städtische Gärtner und Maler fahren elektrisch

Die Stadt Imst arbeitet weiter an ihrem Ruf als e5-Gemeinde: Nun wurden vom Bauhof die ersten zwei E-Autos in Betrieb genommen.

© PaschingerBauhofleiter Roland Thurner mit StR Christoph Stillebacher, Umweltausschuss-Obmann Norbert Praxmarer und Stadtchef Stefan Weirather (v.?l.) beim Fachsimpeln über den Einsatz von E-Autos im Stadtgebiet.

Von Alexander Paschinger

Imst – Die Sonne brennt auf den Vorplatz des städtischen Bauhofs nieder. Zwei orange Autos stehen dort, auf einem Biertisch werden Motorsensen, Laubbläser, eine Heckenschere und zwei Motorsägen präsentiert. Alles elektrisch. „Und auch leise“, erklärt der Leiter des Imster Bauhofes, Roland Thurner.

Es ist ein großer Tag auch für den Obmann des Umweltausschusses, Norbert Praxmarer: „Vor vier Jahren habe ich im Umweltausschuss den Ankauf eines Elektroautos angeregt – jetzt haben wir sogar zwei.“ Das freut ihn noch einmal, wenn er auf die Anstrengungen der Stadt als energieeffiziente e5-Gemeinde verweist: „2017 bekamen wir gleich drei der fünf möglichen ,e‘s – bei Elektromobilität, Rad und Öffis waren wir schwach.“ Das könnte sich mit der neuesten Investition der Stadt beim nächsten Auditoring 2019 ändern.

Bauhofleiter Roland Thurner mit StR Christoph Stillebacher, Umweltausschuss-Obmann Norbert Praxmarer und Stadtchef Stefan Weirather (v. l.) beim Fachsimpeln über den Einsatz von E-Autos im Stadtgebiet.Fotos: Paschinger
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Eigentlich hatte man ursprünglich an ein Fahrzeug für die Verwaltung gedacht, sagt BM Stefan Weirather, doch davon kam man doch ab. Besser sei es, wenn der Bauhof mit E-Autos bestückt würde. „Die zwei Fahrzeuge bekommen jetzt der Gärtnertrupp und die Malerpartie“, erklärt Thurner. Diese fahren am Tag zwischen 30 und 50 Kilometer – bestens geeignet für die angeschafften Elektromobile, die im Idealfall eine Reichweite von 170 km aufweisen. Prinzipiell kann sich der Bauhofchef auch vorstellen, dass mehr derartige Fahrzeuge angeschafft werden. „Das ist jetzt schon ein bisschen ein Test, wie der Einsatz funktioniert“, meint dazu Stadtchef Weirather. Immerhin geht es in Imst bergauf und bergab – und an eisigen Wintertagen müsse man mit 30 Prozent weniger Leistung rechnen.

Praxmarer ortet bei der elektrischen Aufrüstung jedenfalls „noch Luft nach oben“. Für Thurner steht fest: „Das eine oder andere Fahrzeug können wir in Zukunft sicher austauschen.“ Aber bei den Einsätzen auf den Almen, wenn man über Nacht oben am Berg bleiben müsse, „werden wir weiterhin auf herkömmliche Fahrzeuge zurückgreifen müssen“. Ein zweites Manko: „Es gibt keine Anhängerkupplung bei unseren neuen E-Fahrzeugen.“ Insgesamt rechnet Thurner vor: Ein E-Auto kostet in der Anschaffung samt Aufbauten etwas mehr als 33.000 Euro – abzüglich Mobilitätsbonus und Umweltförderung bleiben Kosten von 23.800 Euro.



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