Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 13.09.2018


Männer 43 % vor Frauen, Lohn-Schlusslicht Kitzbühel

Das Jahr 2017 brachte in Österreich ein kräftiges Plus bei den Beschäftigten und ein relativ mageres bei den Löhnen. Tirol war erneut nur Vorletzter.

© Andreas RottensteinerSymbolbild.

Von Alois Vahrner

Wien, Innsbruck – Im Vorjahr gab es laut den gestern veröffentlichten Zahlen des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger in Österreich einen Zuwachs bei den Beschäftigten um etwa 65.000 auf über 3,922 Millionen (davon über 2,084 Millionen Männer und 2,938 Millionen Frauen). In der Statistik des Hauptverbands sind Arbeiter und Angestellte erfasst, nicht aber die Beamten.

Das Plus bei den Einkommen war indes im Hochkonjunktur-Jahr 2017 mit durchschnittlich 1,9 Prozent etwas höher als die 1,7 Prozent aus 2016 – in den vier Jahren davor lag der Zuwachs allerdings jeweils höher.

Im Durchschnitt verdienten die Österreicherinnen und Österreicher 2569 Euro brutto im Monat. Es handelt sich um Medianwerte (50 Prozent verdienen also mehr und 50 Prozent weniger), mit eingerechnet in die Zahlen sind Weihnachts- sowie Urlaubsgeld. Der Gesamtbezug wurde dann durch die zwölf Monate dividiert.

Das Bundesland mit den höchsten Einkommen blieb erneut Vorarlberg mit 2707 Euro brutto, gefolgt von Oberösterreich mit 2671 Euro und Wien mit 2624 Euro. Dann folgen die Steiermark (2533 Euro), Salzburg (2471 Euro), Niederösterreich (2469 Euro) und Kärnten (2464 Euro). Tirol belegte mit durchschnittlich 2439 Euro brutto im Monat wie auch schon in den Jahren zuvor nur den achten und damit wenig rühmlichen vorletzten Rang der Bundesländer. Schlusslicht war erneut das Burgenland mit nur 2179 Euro brutto im Monat.

Sehr groß blieb die Einkommensdifferenz zwischen Frauen und Männern. So bekamen die Männer im Österreich-Schnitt 2979 Euro brutto im Monat, die Frauen hingegen nur 2073 Euro. Der Bezug der Männer lag somit um satte 906 Euro oder 43 Prozent über jenem der Frauen. Die Lohnschere ist gegenüber 2016 nur minimal zugegangen (damals waren es noch fast 45 und wenige Jahre vorher noch 48 Prozent). In Tirol lagen die Männerlöhne im Schnitt bei 2892 Euro und jene der Frauen bei 1980 Euro brutto, womit die Männer um 912 Euro oder 46 Prozent mehr bekamen.

Experten führen einen erheblichen Teil der Lohndifferenz auf die weit höhere Teilzeitquote (und damit dann niedrigere Einkommen) bei den Frauen zurück, zudem würden Frauen weit öfter in so genannten Niedriglohnbranchen arbeiten. Das Frauenministerium und Gewerkschaften kritisierten aber wiederholt auch den Umstand, dass Frauen seltener in Führungspositionen gelangen (also an der „gläsernen Decke“ scheitern), teils auch bei gleicher Qualifikation weniger bezahlt bekommen als ihre männlichen Kollegen.

Tirols Spitzenreiter bei den Löhnen war der Bezirk Kufstein mit 2514 Euro brutto im Monat vor Reutte mit 2496 Euro, Innsbruck-Stadt mit 2477 Euro, Schwaz mit 2424 Euro, Innsbruck-Land mit 2388 Euro, Landeck mit 2384 Euro, Imst mit 2348 Euro und Lienz mit 2337 Euro. Schlusslicht im Tiroler Lohnvergleich blieb der Bezirk Kitzbühel mit nur 2272 Euro.



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