Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 14.09.2018


Parkhaus birgt Zündstoff

Die Stadtgalerien GmbH tritt als Bauherr am Schwazer Königfeld auf – Voraussetzung dafür ist eine Umwidmung des Areals durch den Gemeinderat nächste Woche.

© HörhagerSehen „eine Chance für Schwaz“: GR Emil Danler, Vize Rudi Bauer, GF Wolfgang Fister, Günther Berghofer, BM Hans Lintner (v. l.). Foto: Hörhager

Von Peter Hörhager

Schwaz – Die Gemeinderatssitzung in Schwaz am kommenden Mittwoch birgt schon jetzt einiges an Zündstoff. Ein Tagesordnungspunkt betrifft eine Umwidmung, welcher die Grünen (IgLS) garantiert nicht zustimmen werden. Es geht um ein Parkhaus, das die Stadtgalerien Schwaz GmbH am so genannten Königfeld auf einem bereits bestehenden Parkplatz errichten will. Das Areal befindet sich in Privatbesitz, die Stadtgemeinde ist Pächter und damit Betreiber des Parkplatzes. Geht die Umwidmung durch, erwirbt die Stadtgalerien Schwaz GmbH das Areal. Der Deal ist laut Geschäftsführer Günther Berghofer bereits vertraglich abgesichert.

Das Projekt wurde am Mittwoch, also eine Woche vor der Gemeinderatssitzung, bei einer Pressekonferenz präsentiert. Neben BM Hans Lintner, seinem Vize Rudolf Bauer und dem Verkehrsreferenten Emil Danler beantworteten Günther Berghofer und Wolfgang Fister (er ist ebenfalls Geschäftsführer der Stadtgalerie GmbH) die Fragen der Medienvertreter. „In den Schwazer Betrieben, den Dienstleistungseinrichtungen und im öffentlichen Bereich sind rund 8000 Personen beschäftigt – vor allem für die Einpendler sind Dauerparkplätze Mangelware“, betonte BM Lintner, „dieses Manko wird durch das neue Parkhaus zumindest gemildert.“ Der Bürgermeister sieht in dem Projekt daher „eine Chance für Schwaz“, da das Parkhaus in Zentrumsnähe sowie im Schnittpunkt von Krankenhaus, Marienheim und Bahnhof liegt. Günther Berghofer, von Lintner als „innovativer Investor“ gelobt, erinnerte, dass es in der Stadtgalerie zwar 480 Parkplätze gibt, aber eben zu wenige Dauerparkplätze.

Laut Fister würde das Parkhaus Platz für 270 Fahrzeuge bieten. Eineinhalb Stockwerke sind unterirdisch, dreieinhalb Stockwerke oberirdisch geplant. „Es ist ein Glück, wenn man für so ein Projekt einen Investor findet“, signalisierte SPÖ-Vizebürgermeister Rudi Bauer Zustimmung. Er erinnerte daran, „dass allein im Krankenhaus 900 Personen beschäftigt sind“. Und da auch der blaue Verkehrsreferent Emil Danler dem Vorhaben positiv gegenübersteht („Das Parkhaus bringt auch für andere Stadtteile eine Entlastung“), ist bei der Abstimmung am Mittwoch wohl nur mit grünen Gegenstimmen zu rechnen.

GR Hermann Weratschnig, Klubobmann der IgLS, ließ via Presseaussendung wissen, dass das Parkhaus „weder im Verkehrs- noch im Bauausschuss eine Mehrheit erzielte“ und erinnert, dass es „am Königfeld Planungen eines gemeinnützigen Wohnbauträgers gibt“. Er und seine Parteikollegin Viktoria Gruber kommen zum Schluss, „dass sich zukünftiges Wohnen dem Parkhaus unterordnen muss“. Resümee von Weratschnig: „SPÖ-Vize Rudi Bauer und FPÖ-Gemeinderat Emil Danler sind wieder mal krass ausgerutscht.“



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