Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 16.03.2017


Plattform Bleiberecht kämpft gegen Familien-Abschiebung

Innsbruck — Einer siebenköpfigen syrisch-kurdischen Familie droht die Abschiebung nach Bulgarien. Das Ehepaar und die fünf Kinder wurden am Dienstag gegen 6.30 Uhr in ihrer Unterkunft im Innsbrucker Stadtteil Höttinger Au festgenommen und in die Familien-Schubhaft in Wien-Simmering gebracht.

Die Familie war im September 2016 über Bulgarien in die EU eingereist und hatte in Österreich um Asyl angesucht. Im Jänner 2017 lehnte das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl das Ansuchen ab: Nach EU-Recht muss die Familie den Asyl-Antrag in Bulgarien stellen.

Inzwischen leide die Mutter allerdings „laut Befund der Universitätsklinik für Medizinische Psychologie an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) und einer ,mittelgradigen depressiven Episode', die dringend eine psychotraumatologische Behandlung indizieren", kritisiert die Plattform Bleiberecht. Eine Abschiebung sei deshalb „aus medizinischer Sicht unverantwortlich". Auch der Vater müsse sich einer Operation unterziehen.

Die Familie, die in der Höttinger Au über ein intaktes Unterstützer-Netzwerk verfüge, hat zwar ein Rechtsmittel gegen die Abschiebung eingebracht. Aber der Flieger nach Sofia startet bereits heute um 12 Uhr. Bekannte und Freunde haben deshalb eine Online-Petition erstellt.



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