Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 12.09.2018


Land Tirol startet mit Lärmstudie in Reutte

© NikolussiDie Zahl der Motorräder auf den Straßen hat massiv zugenommen – der Lärm ebenso.Foto: Nikolussi

Innsbruck, Außerfern – Bereits im Juli verordnete das Land etliche neue Geschwindigkeitsbegrenzungen und Überholverbote, um die Verkehrssicherheit im Außerfern zu steigern und gleichzeitig den Lärm zu reduzieren. „Nur ein vielfältiges Bündel an Maßnahmen wird den gewünschten Erfolg bringen“, ist Verkehrslandesrätin LHStv.Ingrid Felipe sicher und ergänzt: „Das Außerfern ist aufgrund der landschaftlich schönen und verkehrstechnisch anspruchsvollen Bergstraßen bei Motorradfahrern sehr beliebt. Das ist für das Tourismusland Tirol erfreulich, für viele Bewohner, aber auch für die Infrastruktur und Umwelt nicht mehr tragbar.“

Im Rahmen der Klausurtagung der Tiroler Landesregierung wurde auf Antrag von Felipe nun eine Motorradlärmstudie im Bezirk Reutte beschlossen. Die dabei erhobenen Daten wiederum sollen als Grundlage für weitere Lärmminderungsmaßnahmen dienen. Felipe: „Ähnlich der Gesamtlärmbetrachtung für das Stadtgebiet Innsbrucks im vergangenen Jahr werden Lärmexpositionsdaten erhoben und in Verbindung mit repräsentativen Befragungen der Anrainer in einer Studie zusammengefasst. Diese werden dann Klarheit bringen, wie groß der Grad der Belästigung der Betroffenen auch im Vergleich zum Straßenverkehr mit üblicher Zusammensetzung ist.“

Neben den Verkehrs- und Lärmdaten sei es auch wichtig, die Anliegen und Wahrnehmungen der Bevölkerung miteinfließen zu lassen. „Mit den Ergebnissen der Lärmstudie haben wir dann objektive Daten, verbunden mit den Rückmeldungen der Bevölkerung, und können so die motorradbedingten Lärmbelästigungen belegen. Dies bietet dem Gesetzgeber die wissenschaftliche, aber vor allem die juristische Grundlage, weitere lärmreduzierende Maßnahmen zu setzen“, so die Verkehrslandesrätin abschließend. (TT, fasi)



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Fritz Gurgiser • 12.09.2018 19:26
Der Lärm ist längst belegt, das ist nur - wie schon bald „politisches Gewohnheitsrecht“ - sündteures Zeit schinden zu Lasten von uns Steuerzahlerinnen und -zahlern. Und der Versuch, mit „Befragungen“, die für nichts eine rechtliche Grundlage bilden, die Bevölkerung zu spalten und in die Irre zu führen. Ebenso stimmt es nicht, dass die vor ein paar Wochen präsentierten Verordnungen wegen Lärmschutz gemacht wurden - Gesundheit oder Lärmschutz kommen in keiner der neuen Verordnungen vor, obwohl es ausreichend verbindliche Vorgaben dazu gibt. Den Lärm von ein paar Tausend Motorrädern (pro Tag!) durch das Außerfern, Lech- und Tannheimertal bis hinauf - entlang des Ruhegebietes Muttekopf - und wieder hinunter bis Imst angesichts der auf behördlicher und politischer Ebene bekannten Fakten „studieren und befragen“ zu wollen, ist gelinde gesagt ein schwarz/grünes Armutszeugnis und wird nicht zu akzeptieren sein. Die Gesundheit ist ein zu hohes Gut und vollkommen ungeeignet, um sie der Zeitschinderei zu opfern. Fritz Gurgiser

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