Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 12.09.2018


Private Online-Petition wirbelt bei Bergbahnen Oetz weiter Staub auf

Während 2083 Unterstützer gegen eine Skischaukel Hochoetz-Kühtai sind, beschwichtigen die Bahnen und die Parteien diskutieren.

© EstermannDie Feldringer Böden sollen nicht durch Lifte und Pisten zerstört werden, fordert Gerd Estermann in seiner Petition.

Von Thomas Parth

Oetz, Silz – Seit „15 bis 20 Jahren“ würden sich die Bergbahnen Oetz ihre Gedanken über eine Verbindung mit dem Kühtai machen, bestätigt der Geschäftsführer Andreas Perberschlager ein offenes Geheimnis, doch: „Die Grünen wettern gegen ein Projekt, das wir noch gar nicht kennen.“ Perberschlager stellt damit in Abrede, dass ein „konkretes Projekt“ in seiner Schublade schlummere: „Man arbeitet zwar, wie gesagt, rund 15 Jahre an Vorschlägen und bemüht sich um eine Lösung, doch bis dato liegt kein definitives Liftprojekt eines Zusammenschlusses der zwei Skigebiete Hochoetz und Kühtai vor.“ Seit dem vergangenen Landtagswahlkampf sei ihm die grüne Position geläufig. „Und wir haben uns auch die Petitionshomepage angeschaut. Aber wir wissen um solche Plattformen und deren Unterstützer“, gibt sich Perberschlager skeptisch, was die Zahl und Herkunft „solcher Facebook-Unterstützer“ anbelangt.

„Schon vor Jahren gab es Bestrebungen, das Gebiet Faltegarten Kögele, Feldringer Böden, Schafjoch vom Inntal aus skitechnisch zu erschließen. Jetzt hat die Landesregierung den Zusammenschluss der Skigebiete Hochoetz und Kühtai in das Regierungsprogramm 2018–2023 aufgenommen“, setzt Gerd Estermann, der Initiator der Online-Petition, die Öffentlichkeit in Kenntnis. „Das Projekt sieht den Bau von fünf Liften, mehreren Pisten und einer Talabfahrt in dem weitgehend unberührten Gebiet vor“, so Estermann in einer Aussendung. Im TT-Telefonat konkretisiert Estermann: „Ich wohne in Mötz. Meine Tochter und ich haben die Online-Petition als Privatpersonen ins Leben gerufen, weil die Feldringer Böden zu unserem Naherholungsgebiet zählen. Wir haben hier rasch reagiert. Ich möchte nicht, dass die Petition parteipolitisch vereinnahmt wird. Wenn die Grünen unsere Sache inhaltlich unterstützen, ist mir das recht. Für mich stellt sich die Frage, wie die Grünen den Koalitionsvertrag unterschreiben konnten, wenn sie gegen einen Zusammenschluss Hochoetz-Kühtai sind. Das passt nicht zusammen.“

„Der Bezirk Imst hat in den letzten Jahren viel für den Naturschutz eingebracht. Parallel dazu muss aber auch weiterhin eine positive wirtschaftliche Entwicklung in der Region möglich sein. Der Schutz der Natur und die wirtschaftliche Weiterentwicklung sind kein Widerspruch“, bringt sich VP-Klubobmann Jakob Wolf in die Diskussion per Aussendung mit ein.



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