Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 14.09.2018


Lakata bei WM zwischen Goldmission und Abschied

Sein Traum war die Straßenrad-WM in Tirol, nun greift Mountainbiker Alban Lakata morgen nach WM-Gold Nr. 4 im Marathon. Der 39-jährige Lienzer steht vor einer ungewissen Zukunft – so wie Stefan Denifl, der bei Lakata anklopfte.

© SportografSeine 16. Weltmeisterschaft findet für Alban Lakata unweit seiner Heimat Lienz in den Dolomiten statt.

Von Roman Stelzl

Lienz – Nach dem Aus seines Rennstalls, Wochen vor der bitteren Nichtnominierung für die Straßenrad-WM in Tirol, überraschte Stefan Denifl viele mit der Aussage, sich womöglich mit dem Karriereende abzufinden und zum Mountainbike-Marathon zu wechseln. Einen überraschte der Stubaier aber nicht: Alban Lakata. „Stefan hatte bei mir schon angefragt, ob ich ihm beim Einstieg in den Marathon behilflich sein kann“, erzählt der dreifache Weltmeister aus Lienz, der morgen in Auronzo di Cadore (ITA) um den vierten WM-Titel fährt.

Ganz so ernst wollte Lakata Denifls Anfrage aber nicht nehmen. „Das war wohl eher aus der Situation und Enttäuschung heraus. Stefan hat den Wechsel schon geplant, aber erst viel später. Aber es ist auch für ihn derzeit schwierig, noch ein Straßenrad-Team für 2019 zu finden.“

Das ist ein Thema, das auch beim 39-jährigen Osttiroler bis vor Kurzem brandaktuell war. Schon vor drei Jahren hatte Lakata durchblicken lassen, dass ein Wechsel ins Straßenrad-Profigeschäft ein Thema sei. Rang 28 als bester Tiroler beim elitären Ötztaler Pro 5500 im Vorjahr bestätigten die Ambitionen, die Plätze neun (Zeitfahren) und 16 bei den österreichischen Meisterschaften 2018 waren aber in Summe zu wenig. „Ich habe schon darauf gehofft, dass es sich vielleicht für die WM in Tirol ausgehen könnte. Aber es war schnell klar, dass die Ergebnisse zu wenig waren. Dafür haben wir einfach zu viele gute Zeitfahrer in Österreich“, musste Lakata die Hoffnung früh begraben.

Nun ist das Thema Straßenrad für den Familienvater „endgültig erledigt“. Der Fokus lag schon früh auf seiner bereits 16. (!) Weltmeisterschaft im Mountainbike-Marathon, bei der Lakata seinen Titel auf der 102 Kilometer langen Strecke mit über 4200 Höhenmetern verteidigen will. Und die Voraussetzungen sind gut. „Ich bin so gut drauf wie noch nie. Die Form stimmt und auch die Strecke kommt mir sehr entgegen. Aber die Konkurrenz ist heuer extrem stark“, ergänzt der frühere Volleyballer, der heuer bei der EM nur auf Rang sechs gelandet war.

Bei der Frage nach der letzten WM, die einem Athleten um die 40 gerne und oft gestellt wird, schlagen in Lakatas Brust zwei Herzen: „Wenn es nach mir geht, dann fahre ich noch länger. Aber es ist derzeit eine schwierige Situation. Ich weiß nicht, ob das meine letzte WM sein wird.“

Der Hintergrund: Der Vertrag des „Albanators“ bei seinem Rennstall Topeak-Ergon Racing Team läuft heuer aus. Noch weiß Lakata nicht, wie und ob es weitergeht. Eine gute Argumentationsgrundlage ist WM-Titel Nr. 4. Als erster Marathon-Fahrer der Geschichte. Vielleicht ruft auch bald schon der Trainer-Job, Anfragen gibt es ja bereits.



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