Letztes Update am Fr, 14.09.2018 10:15

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


HCI-Auftakt und Kletter-WM: Super-Freitag in der Olympiaworld

Eine Adresse, zwei Sport-Highlights: Die Innsbrucker Haie eröffnen heute (19.15 Uhr) die neue Eishockey-Saison, quasi parallel kämpfen die Kletter-Damen (19 Uhr) um WM-Gold an der Boulderwand.

© Thomas Boehm / TTIn der Olympiaworld geht es heute rund: In der kleineren Tiwag-Arena (l.) spielt der HC Innsbruck, während in der Nachbar-Halle das WM-Finale der Boulder-Damen über die Wand geht.

Von Tobias Waidhofer und Max Ischia

Innsbruck – Die Kletter-WM in der Nachbarhalle ist natürlich auch an den Eishockey-Haien nicht spurlos vorübergegangen. Im Gegenteil: Dass der Speed-Weltrekord beim Erklimmen einer 15 Meter hohen Kletterwand bei 5,8 Sekunden liegt, beeindruckt auch Rob Pallin: „Verrückt. Ich würde wahrscheinlich fünf Tage brauchen.“

Aber der 52-jährige US-Amerikaner ist ja auch kein Sportkletterer, sondern Headcoach des HC Innsbruck. Und weil heute (19.15 Uhr, Tiwag-Arena) parallel mit dem Boulder-WM-Finale der Damen (19 Uhr, Olympiahalle) die EBEL-Saison beginnt, dürfen sich die Tiroler Sport-Fans auf einen Super-Freitag in der Olympiaworld freuen.

„Jeder ist aufgeregt, dass es endlich losgeht“, spricht auch aus Pallin die Vorfreude. In den vergangenen beiden Saisonen waren die Tiroler bekanntlich jeweils ins Play-off eingezogen, über 1000 verkaufte Abos sprechen für eine Euphorie im Land. „Wir wollen da weitermachen, wo wir aufgehört haben.“ Man müsse das „hardest-working team in the league“ – also jene Mannschaft mit der besten Arbeitsmoral der Liga – sein. Die Vorbereitung stimmt den Headcoach positiv: „Mir gefällt, was ich gesehen habe.“ So richtig kennen würde man sein Team aber ohnehin erst nach 20 Spielen.

Die Haie rund um Kapitän Tyler Spurgeon brennen auf den Saisonstart gegen Dornbirn.
Amir Beganovic

Als erster Gegner türmt sich heute Dornbirn vor den Haien auf. „Sie sind gefährlich“, meint Pallin und verweist auf Akteure wie Joel Broda, Brodie Reid oder Radek Cip. Aber wichtiger sei ohnehin anderes: „Ich will, dass die Teams in die Arena kommen und sich wegen uns Sorgen machen, nicht umgekehrt.“ Da ist es wieder, das Selbstverständnis, mit dem Pallin den Verein wachgeküsst hat.

Im Tor wird heute Rene Swette stehen, aber das sei keine Entscheidung gegen Matt Climie. „Swette hat in den letzten beiden Testspielen nur ein Gegentor bekommen. Wie kann ich ihn da nicht spielen lassen?“ Fehlen wird einzig Fabian Nussbaumer. Die vier Linien, für die sich Pallin entschieden hat, seien nicht in Stein gemeißelt: „Dinge können sich ändern. Die Jungen (Bär, Paulweber, Antonitsch, Anm.) warten nur auf ihre Chance.“ Es sei viel Hunger in der Kabine.

„Die Jungs wollen mehr und die Energie ist gut“, bestätigt auch Tyler Spurgeon. Wenn es einer wissen muss, dann ist es der Kapitän. Sein ehemaliger Teamkollegen Austin Smith, der heuer zwar einen neuen Haie-Vertrag unterzeichnet hatte aber aus gesundheitlichen Gründen seine Karriere beenden musste, legte indes noch einmal gegen Ex-Arbeitgeber Bozen nach:

Er habe einen Teil der vergangenen Saison mit einer „ziemlich heftigen Gehirnerschütterung“ absolviert. Der Teamarzt und Eigentümer hätten seine Symptome aber nicht ernst genommen und ihm stattdessen die Einnahme von Tabletten aufgedrängt. Ligageschäftsführer Christian Feichtinger hat Bozen nun zu einer Stellungnahme aufgefordert.

Entscheidung beim Bouldern

Nein, langweilig wird’s um Jakob Schubert bei der Kletterweltmeisterschaft in Innsbruck nicht. Am Sonntag der umjubelte Aufstieg zum Vorstieg-Weltmeister, am Mittwoch der erst nach eingelegtem Protest festgestandene Halbfinaleinzug im Bouldern – und gestern eine Disqualifikation im noch recht ungeliebten Speedbewerb.

Was war passiert? Nach durchaus akzeptablen 7,88 Sekunden für die 15 m lange, normierte Wegstrecke bis unters Hallendach ließ Schubert im zweiten Durchgang einen Fehlstart folgen. Genau das, wovor er im Vorfeld gewarnt hatte. Der Innsbrucker unterschritt die Start-Toleranz (= Minimum-Reaktionszeit) von einer Zehntelsekunde um fünf Hundertstel.

Schubert verwendete im Anschluss die Adjektive „bitter“ und „gerade peinlich“ und traf mit „komplett sinnlos“ den Nagel auf den Kopf – schließlich wurde er ohne zwei gültige Zeiten aufs Ende des Feldes, also auf Rang 114, zurückgereiht. Dennoch hat er vor dem Boulder-Halbfinale am Samstag noch alle Chancen auf den Einzug ins sonntägige Kombinations-Finale der besten sechs – derzeit liegt er auf dem vierten Zwischenrang. So wie Schuberts Teamkollegin Jessica Pilz, ihres Zeichens Vorstieg-Weltmeisterin. Die in Innsbruck lebende Niederösterreicherin blieb nach eigenem Bekunden hinter ihren Möglichkeiten, wurde in der Speed-Qualifikation 58., kann aber bereits heute wieder Boden gutmachen.

Jakob Schubert wollte auch im Speed hoch hinaus, riskierte letztlich aber zu viel.
APA

Denn nach den gestrigen Speed- und Paraclimbing-Finals (siehe Seite 30) stehen heute Freitag (Damen) und am Samstag (Herren) in der Olympiaworld die Entscheidungen im Bouldern an, ehe am Sonntag das olympische Format der Kombination (Vorstieg, Bouldern, Speed) seine weltmeisterliche Feuertaufe erlebt.



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