Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 11.08.2018


Weg zu den Konsumenten mit Hürden gepflastert

Im Bezirk sollen Landwirtschaft und Tourismus eng vernetzt werden. Koordinator Pircher strukturiert derzeit die Bereiche Milch und Fleisch.

© WenzelBuffets der heimischen Gastronomie sollen noch stärker mit regionalen Schmankerln bestückt werden.Foto: Daum

Von Hubert Daum

Landeck – Seit März ist der Bezirk Landeck eine Modellregion für Partnerschaft von bäuerlichen Produzenten und Tourismus – die TT berichtete. Inzwischen steht fest: Ein rollender Stein ist kaum aufzuhalten, die erste Umdrehung ist allerdings die schwierigste. Dabei liegt die Modellregion Landeck, um bei der Metapher zu bleiben, mitten in der ersten Umdrehung. Das 2017 vom Landtag abgesegnete Projekt soll Landwirtschaft, Tourismus und Wirtschaft im Bezirk zu einem regionalen Kreislauf vernetzen, die extrem kleinstrukturierten bäuerlichen Strukturen stärken und der Gastronomie qualitativ hochwertige, in der Region erzeugte Produkte zuführen.

Für Koordinator Bernhard Pircher war es nicht unbedingt ein Spaziergang, um den schweren Stein ins Rollen zu bringen. „Wir sind immer noch dabei, den Ist-Stand zu ermitteln“, resümiert der gelernte Käsemeister mit Marketingerfahrung. „Gerade im Bezirk Landeck trifft eine kleinstrukturierte, vom Nebenerwerb dominierte Landwirtschaft auf einen starken Tourismussektor mit 2200 Betrieben. Damit ist ein riesiges Absatzpotenzial für regionale Produkte vorhanden.“

Die neue Aufgabe sei äußerst vielschichtig, räumt er ein. „Es benötigt unzählige Gespräche, um das Konglomerat in ein System zu formen.“ Den Schwerpunkt in der Startphase legt der Koordinator in den Aufbau von Strukturen – in den Bereichen Milch und Fleisch. „Wir haben fünf Dorfsennereien im Bezirk. Diese sollen auf neue Beine gestellt werden, die Gespräche laufen.“

Derzeit werden, so Pircher, im Bezirk rund sieben Millionen Liter Milch produziert. Ob diese Menge allerdings zu halten ist, sei fraglich. „Die Anzahl der Milchkühe geht permanent zurück.“

Großes Potenzial sieht der „Kümmerer“ hingegen im Fleischsektor: „Wir verhandeln mit den Fleischverarbeitern in der Region, der Handel wird ebenfalls eingebunden.“

Ein Klassifizierungssystem zur Qualitätssicherung zu definieren, sei eine der bevorstehenden Aufgaben. Wenn der Bereich der Partnerschlachthöfe geklärt ist, gelte es zu eruieren, welche Fleischmengen die Landwirte liefern können. Pircher versprüht Zuversicht: „Eines ist sicher: Die Türen in der Gastronomie stehen weit offen.“



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