Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 11.08.2018


Blumencorso am 15. August: Kirchberg blüht wieder auf

Der Blumencorso am 15. August wirft seine Schatten voraus. Schon jetzt werden die 500.000 Blüten verarbeitet und zwei Holländer sind auf der Anreise mit dem Fahrrad.

© Harald AngererSchon sein Vater war mit dem Einrad beim Blumencorso in Kirchberg unterwegs: Ernst Lapper setzt dies fort. Er ist eine der alljährlichen großen Attraktionen und auch am kommenden Mittwoch wieder mit dabei.Foto: Angerer

Von Harald Angerer

Kirchberg – Es ist der Sommerhöhepunkt in Kirchberg schlechthin – an die 10.000 Besucher werden auch heuer wieder die Straßen beim großen Blumencorso durch den Ort säumen. Nicht weniger als 500.000 Blüten werden wieder für die Festwägen verarbeitet, ingesamt sind 29 Teilnehmer mit dabei.

Schon jetzt beginnen die Vorarbeiten, dann bis Mittwoch, den 15. August, ist noch viel zu tun. Die 29 Festwägen müssen aufwändig geschmückt werden. Wie zum Beispiel jener der Brixentaler Kaufmannschaften. Ihr Wagen steht unter dem Motto „Eine Region blüht auf“. Bereits seit April sind die drei Kaufmannschaften aus Brixen, Kirchberg und Westendorf mit dem Blumencorso beschäftigt.

„Die eigentlichen Vorbereitungsarbeiten für den Wagen laufen nun schon seit zwei Wochen“, schildert Helmut Hehenberger von der Kaufmannschaft. Diese Arbeit übernehmen die Brixener, das Stecken dann die Kirchberger und Westendorfer. Die Blüten und Blumen werden dann am Montag gesteckt. „Heuer brauchen wir etwas weniger Blüten, weil wir mehr auf frische Blumen und Gestecke setzen und unsere Sonnenblumenaktion in den Mittelpunkt stellen“, schildert Hehenberger. So verarbeiten sie heuer 8000 Blüten. Nichtsdestotrotz seien die Vorbereitungen sehr aufwändig.

Weniger aufwändig, aber nicht weniger auffällig ist ein Fixpunkt des Blumencorsos, nämlich Ernst Lapper vom Haus Dorfwies in Kirchberg. Er ist alle Jahre mit einem geschmückten Einrad Baujahr 1883 unterwegs. „Schon mein Vater ist mit dem Einrad mitgefahren und ich führe das nun weiter“, erzählt Lapper. Mit dem Einrad sei der Corso aber durchaus eine Herausforderung, „wenn alle so langsam fahren, ist es schwierig, zudem brauche ich etwas Platz zum Stehenbleiben“, erklärt Lapper. Er begnügt sich mit 50 Blüten. „Die Gestecke machen immer meine Mutter und die Hausgäste“, erzählt der Einradfahrer.

Ebenfalls mit dem Rad dabei sind Simon van der Mark (50) und Jan Kranendonk (63). Die beiden Stammgäste aus den Niederlanden sind nämlich schon unterwegs nach Kirchberg zum Blumencorso, sie legen die gut 1000 Kilometer mit dem Fahrrad zurück. „Seit 25 Jahren fahren wir mit der Familie nach Kirchberg in Österreich. Im vergangenen Winter hatten wir die Idee, diesen Sommer von zuhause aus in diese wunderschöne Region mit dem Rad zu fahren“, sagen die beiden Männer zu ihrem Vorhaben. Als Motivation haben sie ein Ziel mit der Radtour verbunden. Die Männer können gesponsert werden. Das gesammelte Geld spenden sie an das Hospiz in Zuid-Beijerland. Begleitet werden sie in den zehn Tagen von Van der Marks Sohn.

Traditionell startet der Blumencorso mit einem Frühschoppen ab 11 Uhr mit bekannten Musikgruppen wie Die Grubertaler, Trio Alpin, Die Rotzlöffel, u. v. m. Ab 15 Uhr fährt dann die bunte „Flowerparade“ am Parkplatz des Gaisbergliftes und führt bis ins Ortszentrum.

Gezogen von Oldtimern, Traktoren und Pferdegespannen ziehen die farbenfrohen Kunstwerke durch Kirchberg. Begleitet wird der Festumzug von der Bundesmusikkapelle Aschau, den Musikkapellen Kirchberg und Reith und den Brixentaler Noriker-Reitern. Der Ausklang folgt dann beim Sommernachtsfest ab 17 Uhr im Ortszentrum mit Die Kufsteiner, Die jungen Hegel und dem Brixentaler Edelweiß Duo.



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