Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 11.08.2018


Tod am Bau: Fünffache Anklage

© Julia HammerleSymbolbild.

Im Oktober ereignete sich um 7.20 Uhr morgens mitten im Dorfzentrum von Ischgl ein Arbeitsunfall, bei dem ein Lkw-Fahrer getötet wurde. Die Auffahrrampe seines Tieflader-Anhängers hatte den Fahrer mit voller Wucht auf den Kopf getroffen, als dieser gerade damit beschäftigt war, eine Asphaltiermaschine für die Baustelle abzuladen. Der 37-Jährige aus dem Bezirk Imst erlitt dabei so schwere Verletzungen, dass er noch an der Unfallstelle verstarb. Ein Unglück, das laut Staatsanwaltschaft vermeidbar gewesen wäre. Diese hat nun nämlich gestern Anklage gegen gleich fünf Personen wegen fahrlässiger Tötung eingebracht — es gilt die Unschuldsvermutung.

Staatsanwalt Hansjörg Mayr auf Anfrage der TT: „Das Ermittlungsverfahren hat ergeben, dass ein Defekt der Auffahrrampenverriegelung Ursache für die Fehlfunktion war. Dieser Defekt war allerdings schon Tage vorher bekannt geworden und eine Reparatur vorgesehen gewesen. Dennoch wurde der Tieflader am Unfalltag verwendet. Zusätzlich werfen wir den nunmehr Angeklagten, die ja davon wussten, vor, dass sie es unterlassen haben, diese Information weiterzuleiten oder den Fahrer auf die besondere Gefährlichkeit dieses Defektes hinzuweisen." Betroffen von der Anklage ist nun mit dem Unternehmer, einem Disponenten, dem Bauleiter oder einem Mechaniker das direkte berufliche Umfeld des Getöteten. Der Prozesstermin am Bezirksgericht Landeck wurde bereits mit 7. November anberaumt. (fell)



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